„Der Coup von Frankfurt“ - Das Musical der Violet Voices

Unversehens fanden sich an zwei Abenden im Juni in der vollbesetzten Turn-halle der Naturfreunde im Märkischen Viertel begeisterte Zuschauer im Banken- und Gaunermilieu im Frankfurt der 20er Jahre wieder.

Die berüchtigten Meisterdiebe Carl und Bert planen den größten Coup ihres Lebens: den Diebstahl des Bankschatzes, der äußerst aufwendig gesichert hinter Stahltüren und Tresoren ruht. Um in den Besitz des letzten Schlüssels zu gelangen, schleicht sich das Gangsterpärchen in das Haus des Bankdirektors von Rauchhaupt ein. Pikantes Detail: Bert – nunmehr Berta – verdingt sich als Zofe für des Direktors Töchterlein Lotte und zieht in aufreizender weiblicher Kostümierung die Aufmerksamkeit Herrn von Rauchhaupts, aber gleichzeitig auch die Zuneigung Lottes auf sich. Carl, nun als erfolgreicher Geschäftsmann getarnt, gefällt nicht nur Lotte, sondern auch der Dame des Hauses, während die Oma in Kriegserinnerungen schwelgt und kaum zu bändigen ist – kurz: „Die Familie hat ’n Rad ab.“

Das Liebeskarussell dreht sich munter, man erhält Einblick in den Markt von Frankfurt, besucht eine betrügerische Schneiderwerkstatt, einen opulenten Ball, wohnt einer zünftigen Kneipenschlägerei bei und lauscht entgeistert ergriffen einem Mutter-Tochter-Gespräch, das Lotte die Pflichten einer höheren Tochter vor Augen führt.

In einer eindrucksvollen Szene erleben wir Bert/Berta, der längst in Lotte verliebt ist und nun von Gewissensbissen und Albträumen gequält wird.
Das grandiose Finale, das noch einmal alle Mitwirkenden auf die Bühne holt, darf selbstverständlich nicht fehlen: Carl gibt sein Leben für Lotte und stirbt in Berts Armen, der nun mit seiner geliebten Lotte ein neues Leben beginnen wird: „Er rettet uns, Halleluja!“ – so endet das letzte Lied.

Die Zuschauer kamen kaum zu Atem bei dieser großartigen Aufführung.

Verkleidungen, Verwechslungen, Herzschmerz, Spannung, Situationskomik, schmissige Lieder und Tanzeinlagen ließen kein Auge trocken, und beim Finale und den Zugaben hielt es niemanden mehr auf den Sitzen.

Es spielten, sangen und tanzten auf der Bühne über 20 junge Sängerinnen und Sänger. Begleitet wurden sie hinreißend von einem dreißigköpfigen jungen Sinfonieorchester, das sich für diesen Anlass zusammengefunden hat.

Die Handlung, die Texte, die Musik (einschließlich der Orchestrierung), die Kostüme, die Requisiten und die gesamte Organisation lagen in den Händen unserer Jugendlichen.

Das Ergebnis dieser monatelangen Zusammenarbeit ist unbeschreiblich großartig und übertrifft alle Erwartungen! Herzlichen Glückwunsch!

Eine CD-mit allen Songs und eine DVD sind in Arbeit.

Uns bleibt zu wünschen, dass die Aufführung hoffentlich wiederholt wird, um noch mehr Zuschauern Spaß, Nervenkitzel, Augen- und Ohrenschmaus zu ermöglichen!

Meike Greiner

Sa, 26.Jul 2014 · Gemeindeleben · Berichte · Jugend · Musik

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