Ökumenischer Gesprächsabend am 26.04.2016

Zu diesem Gesprächsabend konnten wir Pater Thomas begrüßen, der viele interessante Momente in die sehr angeregten Gespräche einbringen konnte. Ihm gilt mein besonderer Dank.

Das Verhältnis von Sünde, Schuld und Sühne war Thema des Gesprächsabends.

Einleitend las Frau Angela Schmidt die Homilie des Hl. Epiphanias zum Karfreitag. Hierin kommt Gottes Absicht gegenüber Adam zum Ausdruck, dass die Menschen als Ebenbild Gottes geschaffen, das ewige Leben erlangen sollen. Dies durch die Befreiung von der Sünde in der Gemeinschaft mit Gott.

Die Begriffe der Sünde, Schuld und Vergebung finden sich an zahlreichen Stellen des Alten und Neuen Testaments wieder, angefangen bei der Schöpfungsgeschichte und dem Sündenfall Adam und Evas, dies mit der Begründung der Erbsünde auf nachfolgende Generationen durch die Nichtbefolgung des göttlichen Verbots des Essens vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, den Brudermord von Abel an Kain wie auch den Turmbau von Babel mit dem Wunsch eine Gottgleiche zu erlangen. Hier findet sich auch eine göttliche Antwort auf Fehlverhalten mit der Folge der Sintflut, dann aber auch der anschließende Bund von Gott mit den Menschen, symbolisiert durch den Regenbogen.

Die Verdammnis der Menschen und die Hoffnung auf ein ewiges Leben bilden einen wichtigen Punkt in Fragen von Schuld und Vergebung. Gott wird in Jesus Christus Mensch. Seine Auferstehung nach dem Tod am Kreuz von den Toten, schafft die Erlösung mit der Hoffnung auf ein ewiges Leben.
Menschen haben ein gottgewolltes Leben zu führen. Jedoch sind Menschen nicht frei von Fehlverhalten. Doch nur allein durch die Gnade Gottes können Sünden vergeben werden.

Wir sprachen weiter über Gerechtigkeit und auch Selbstgerechtigkeit. Der Zöllner stellte in der Bibel sein Verhalten kritisch in Frage. Der Pharisäer tat dies nicht. Und ganz sicher verdeutlicht dies den Anspruch Gottes an die Menschen.

Dies wurde auch so von Papst Franziskus thematisiert, der den Weg hin zu einem Überdenken eigenen Fehlverhaltens in den Vordergrund rückt.

Gott sehen wir Christen als liebenden und nicht als strafenden Gott.

Unser Gespräch fand dann seine Erweiterung gerade in Hinblick auf das letzte Abendmahl Jesu vor seinem Kreuzestod, inwiefern die Eucharistie gemeinsam von Katholiken und Protestanten gefeiert werden sollte. Hier bestehen zwischen evangelischen und katholischen Christen Unterschiede in der Betrachtung, insbesondere hinsichtlich einer Anwesenheit Gottes oder lediglich der Feier zur Erinnerung.

Eine Akzeptanz unterschiedlicher Denkweisen findet man sicher in der vereinfachenden Aussage: „Vielfalt in der Einheit“. Gerade die Aufgabe eigener als richtig erkannter Positionen, sowohl in der Katholischen wie auch der Evangelischen Kirche, könnte zu einer Beliebigkeit führen.
Den Gesprächsabend beendeten wir mit einem gemeinsamen Gebet.

Zum nächsten Gesprächsabend lade ich wieder herzlich alle Interessierten am 31.5.2016, um 19.30 Uhr in unser Gemeindezentrum in Maria Gnaden ein. Thema ist dann das Apostolische Schreiben: „Amoris Laetitia“, zu den vergangenen Familiensynoden.

Ihr Lutz Hartmann

Fr, 29.Apr 2016 · Gemeindeleben · Ökumene

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