Ökumenischer Gesprächsabend v. 28.03.2017

In einer angeregten und lebhaften Diskussion wurde weiterhin das Thema der Sündenvergebung behandelt.

Dies auch nicht zufällig, sondern eingebettet in die vorösterliche Fastenzeit und letztlich auch das 500-jährige Reformationsjubiläumsjahr. Denn gerade das Thema Sündenvergebung in Form eines Ablasshandels war ein zentraler Punkt dieser Zeit.

Durch die Definition von Hauptsünden, teils auch Todsünden genannt, näherten wir uns dem Thema. Künstler der damaligen Zeit, wie Hieronymus Bosch, bildeten ihre Vorstellungen hierzu ab.
Die als Hauptsünden bezeichneten Eigenschaften, wie Hochmut, Neid, Zorn, Trägheit, Habgier, Völlerei und Wollust sind nicht allein als schädliche Folgen für andere, sondern auch für sich selbst zu sehen. Diese stehen jedoch keinesfalls alternativ zu den 10 Geboten, sondern ergänzen diese für ein christliches Verhalten.

Hauptsünden können ebenso zur Verletzung der 10 Gebote führen. Beispielhaft sei hier der Zorn angeführt, der in seiner Folge in der Tötung eines Menschen enden kann oder aber auch die Habgier als Voraussetzung für nachfolgende Eigentumsdelikte.

Der Begriff der Wollust ist übrigens durchaus missverständlich und definiert sich nicht in einer sexuellen Sinnbedeutung, sondern als Übersteigerung des eigenen Wohl- oder Selbstgefallens sowie der ständigen Hast nach Vergnügen. Hier erlebten wir eine zeitliche Sinnverschiebung.
Die Beichte soll Sünden vergeben und den Menschen heilen.

Hierbei darf nicht unerwähnt bleiben, dass es das Institut der individuelle Beichte, wie auch der Generalbeichte durchaus auch in der evangelischen Kirche gibt. Der Unterschied findet sich darin, dass evangelische Christen ihre Sündenvergebung durch einen liebenden Gott erhoffen, sofern sie Fehlverhalten erkannt und geändert haben.

Auch im jüdischen Glauben findet sich die Besinnung auf Fehlverhalten. Der Versöhnungstag, „Jom Kippur“ bietet hier ein Pendant.

Nicht unerwähnt darf bleiben, dass alle Christen im Bereich der Schuld oder Sünde, sowohl das „Vater Unser“, wie auch das „Apostolischen Glaubensbekenntnis verbindet. „Herr, vergib uns unsere Schuld“ und „ich glaube an die Vergebung der Sünden“.

Ausgehend von unseren Gesprächen möchten wir zum nächsten ökumenischen Gesprächsabend das Thema mit weiteren Fragestellungen fortsetzen.
Hierzu lade ich wieder alle Interessierten zum 25.4.2017, um 19.30 Uhr, in unser Gemeindezentrum von Maria Gnaden herzlich ein. Anschließend legen wir eine Sommerpause ein und setzen die Gesprächsreihe am 26.9.2017 fort.

Ihr Lutz Hartmann
Tel.: 030/404 19 87

Mi, 29.Mär 2017 · Gemeindeleben · Ökumene

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