Ökumenischer Gesprächsabend v. 28.11.2017

An diesem Gesprächsabend stand einleitend der Hinweis auf die von 2016 (kath.) und 2017 (ev.) vorliegenden Einheitsübersetzungen der Bibel.

Hieraus entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über Inhalte. Einerseits wurde betont, dass es durchaus sinnvoll ist, Inhalte auch durch die Sprache zu verdeutlichen.

Aus “Jahwe” wird “der HERR”, Frauen “empfangen” nun nicht mehr ein Kind, sondern werden schwanger. Und die hart umkämpfte Jungfrau wird zur jungen Frau in der katholischen Ausgabe.

Dies wird jedoch nicht durchgehend so übertragen, sodass alte Formulierungen teils erhalten blieben.
Der Begriff des Wunders wird nicht mehr verwendet, stattdessen findet sich jetzt der Begriff der „Machttat“.

Ebenso werden nicht nur die Brüder, sondern auch die Schwestern angesprochen.

Die schwedische evangelische Kirche verwendet ab sofort übrigens nicht mehr für „Gott“ die männliche Form, sondern ein „Es“. Inwieweit auch christliche Grundwerte zugunsten eines Zeitdenkens verlassen werden, bedarf nach meinen Überlegungen des Nachdenkens.

In weiteren Gesprächen wurde auch angesprochen, wie die Bibel allgemein zu lesen ist. Handelt es sich um eine intellektuelle Lesart in einem rein theologischem Sinne oder eher um eine gefühlsmäßige Erfassung? Eine Gesprächsteilnehmerin merkte hierzu in einem Vorgespräch an, dass sich die Bibel nur durch eine Verinnerlichung im Herzen erschließen kann, weil uns möglicherweise die Werkzeuge fehlen, um die Tiefe der Botschaft zu erfassen.

Hierzu legte uns ein Gesprächsteilnehmer einen Brief Dietrich Bonhoeffers an Rüdiger Schleicher vor, der im Forum der Jesuiten, einer Untergruppierung der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht wurde. Hier spricht Bonhoeffer von seinem Leseverständnis der Bibel und betont, dass sich die Bibel für ihn nur verwirklicht, indem er sie in seinem Herzen bewegt und nicht zergliedert und analysiert.
Dies werden wir an unserem nächsten Gesprächsabend weiter ansprechen.

Leider konnte Pater Thomas nicht anwesend sein, dem wir von Herzen eine baldige Genesung wünschen, um ihn dann wieder in unserer Runde begrüßen zu können.

Zum nächsten Gesprächsabend lade ich wieder alle Interessierten zum 30.1.2018, um 19.30 Uhr, in unser Gemeindezentrum von Maria Gnaden herzlich ein. Der Dezembertermin entfällt.

Ihr Lutz Hartmann
Tel.: 030/404 19 87

Mi, 29.Nov 2017 · Gemeindeleben · Ökumene

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