Ökumenischer Gesprächsabend v. 24.4.2018

Mit “Laudato Si” beginnt die zweite päpstliche Enzyklika von Papst Franziskus. Warum bilden nur zwei Wörter (Gelobt seist du) die Überschrift dieser Enzyklika aus dem Jahre 2015? Dies erklärt sich daraus, dass diese wie bei päpstlichen Texten üblich, nach ihren Anfangsworten benannt werden.

Diese entstammen dem Sonnengesang des Franz von Assisi und finden dort ihre Fortsetzung in “mi signore, cun tucte le tue creature („Gelobt seist du, mein Herr, mit all deinen Geschöpfen“).

Papst Franziskus äußert sich in der Enzyklika, dass er deshalb “Franziskus” zum Papstnamen wählte, weil für ihn der heilige Franziskus „eine Art Leitbild und Inspiration“ sei und er glaube, dass dieser das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie sei. Dies wird ebenso durch sein gewähltes Papstwappen verdeutlicht, dass die Inschrift trägt: “Miserendo atque eligendo”. Ich übersetze dies ganz im Sinne dieser Absicht, wonach er sich stets für die Barmherzigkeit entscheiden und dieser den Vorrang einräumen wolle. Die Enzyklika versteht sich als Anregung zum Überdenken von Verhalten.

Diese lässt recht klar die südamerikanische Herkunft des Papstes erkennen, denn viele der von ihm angesprochenen Themen fokussieren sich gerade dort besonders deutlich. Die Schere von Arm und Reich öffnet sich hier sehr weit, ebenso die rücksichtslose Ausbeutung der Natur gerade auch in Hinblick auf dort lebende indigene Völker, denen der Lebensraum durch Raubbau an der Natur entzogen wird. So entstammt der zitierte Begriff “Schrei der Erde” vom brasilianischen Autoren und Träger des Alternativen Nobelpreises, Leaonardo Boff.

In seiner Enzyklika wendet sich Papst Franziskus gegen die die immer weiter ausufernde Ausbeutung von endlichen Ressourcen und die fortschreitende, durch den Menschen bedingte Klimaveränderung, aber auch gegen die Praktiken der Finanzwirtschaft, die eine Hinwendung zu einem verstärkten Klimaschutz verhindere. Weiter benennt er die Urbanisierung, die dazu führe, dass immer mehr Arme ihre Existenz in Großstädten zu sichern hoffen und sich hierdurch die Probleme der Menschen eher verstärken.
Als Gegenmaßnahme fordert der Papst einen Erdöl- und Kohleausstieg und ein Überdenken des eigenen Konsumverhaltens. Die Wissenschaft sei gefordert, der weiteren Umweltzerstörung durch Forschung entgegenzuwirken.

Die Kritik der Industrie ließ nicht lange auf sich warten und man kritisierte die Äußerungen des Papstes und forderte ihn auf, Religion und Politik zu trennen. Die fehlende Aussage der katholischen Kirche zur Empfängnisverhütung wurde aber ebenso bemängelt, denn gerade die hohen Geburtenraten in Entwicklungsländern seien dem Umweltschutz nicht förderlich.

Seit der Enzyklika “Laudato Si” sind nun 3 Jahre ins Land gegangen. Die Enzyklika war von Papst Franziskus war bewusst auf die UN-Klimakonferenz im Jahre 2015 ausgerichtet.

Betrachtet man nun die Wirkung, so denke ich, dass alle Aussagen des Papstes sinnvoll und zutreffend waren und denen auch Umweltverbände weitgehend zustimmten, doch hat sich etwas geändert?

Der Ökumenische Gesprächsabend legt jetzt eine Sommerpause ein. Wir werden unsere Gesprächsreihe dann am 25.Sept. 2018 wieder aufnehmen. Hierzu lade ich alle Interessierten herzlich in unser Gemeindezentrum von Maria Gnaden, um 19.30 Uhr ein.

Ihr
Lutz Hartmann
Tel.: 030-404 19 87

Do, 26.Apr 2018 · Gemeindeleben · Ökumene

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