Der Pfarrgemeinderat

Die Würzburger Synode (1970-1975) hat beschlossen, dass es in jeder Pfarrei einen Pfarrgemeinderat geben soll:

„Da die Laien zu ihrem Teil die Sendung des ganzen Gottesvolkes in der Kirche und in der Welt mittragen, bedarf es institutionalisierter Formen der Mitverantwortung, in denen Amtsträger und Laien vertrauensvoll zusammenarbeiten und die Möglichkeit zu gemeinsamer Willensbildung und Entscheidungsfindung gegeben ist.“

Der PGR ist also ein wichtiges Instrument, mit dem die Laien ihre Verantwortung für die gesamte Kirche zum Ausdruck bringen und umsetzen.

Die Wurzeln des Pfarrgemeinderates

Der Pfarrgemeinderat ruht auf zwei geschichtlichen Traditionen.

  • Die eine Grundlage ist das Laienapostolat, das eigenständige Handeln der Laien aus dem Glauben heraus.
  • Die andere Tradition ruht auf der Grundüberlegung des II. Vatikanischen Konzils, wonach die Kirche aus einem mündigen Gottesvolk besteht, das gemeinsam Verantwortung trägt.

Laienapostolat

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts vollzog sich ein Wandel von der ausschließlich pastoral versorgten Gemeinde hin zu einer mitsorgenden Gemeinde. Diese diente zuerst vor allem dem Beistand der Schwachen in der Gesellschaft, aber auch der politischen Vertretung der Katholiken in einem protestantischen Umfeld. Darüber hinaus gab es Bestrebungen, Feste und Feierlichkeiten in der Gemeinde selber zu organisieren. Diese Gruppen aktiver Laien hatten jedoch keine kirchenrechtliche Legitimation. Sie ist erst mit dem Dekret „Apostolicam actuositatem“, Nr. 26, 1965 geschaffen worden.

Das II. Vatikanische Konzil

Papst Johannes XXIII berief 1962 das „II. Vatikanisches Konzil“ ein. Sein Anliegen war es, die gemeinsame Verantwortung aller Gläubigen für den Glauben und die Kirche herauszustellen. Um diese gemeinsame, pastorale Verantwortung deutlich zum Ausdruck zu bringen, sind in den kirchlichen Strukturen Beratungsgremien geschaffen worden. In der Gemeinde ist der Pfarrgemeinderat ein solches Gremium (Dekret „Christus Dominus“, Nr. 27, 1965).

Er ist der vom Erzbischof eingesetzte Pastoralrat und gleichzeitig das von ihm anerkannte Laiengremium. Ihm kommt somit eine Doppelfunktion zu. Im Pfarrgemeinderat stehen sich das synodale und das hierarchisches Prinzip in einer lebendigen Spannungseinheit gegenüber.

Tätigkeiten des Pfarrgemeinderates

Beratend und unterstützend wird der Pfarrgemeinderat als Pastoralrat tätig bei allen Angelegenheiten, die dem Pfarrer als beauftragtem Seelsorger und Leiter der Gemeinde übertragen sind, insbesondere bei Fragen der Einheit der Gemeinde, der Verkündigung, der Liturgie, der Feier der Sakramente, im Bemühen um die Einheit der Christen und bei Fragen der Ökumene. Der Pfarrer ist verpflichtet, vor einer diesbezüglichen Entscheidung wichtige Fragen der Pastoral mit dem Pfarrgemeinderat zu beraten.

Im Bereich des Laienapostolates kann der Pfarrgemeinderat, unbeschadet der Eigenständigkeit der Gruppen und Verbände in der Gemeinde, in eigener Verantwortung tätig werden und Entscheidungen treffen. Dieser Sachbereich umfasst vornehmlich soziale und gesellschaftspolitische Aufgaben, z.B. Caritas, Medien, Dritte-Welt-Projekte, Politik und Kirchenasyl.

Durch die Lösung, ein Gremium mit Doppelfunktion ins Leben zu rufen, ist ein Ort geschaffen worden, an dem alle Fragen der Gemeinde beraten werden können. Die Anstrengung der gesamten Gemeinde zur gemeinsamen Mitwirkung an den Aufgaben der Kirche wird gewissermaßen im Pfarrgemeinderat kanalisiert und gebündelt.

Er ist aber auch der Ort, an dem der Gedanke des einen Gottesvolkes und das Ideal der Communio in besonderer Weise zum Ausdruck kommen sollten. Denn das Wesen Gottes ist „communio“ (Gemeinschaft), die sich in lebendiger Beziehung („communicatio“) zwischen Vater und Sohn im Heiligen Geist entfaltet.

Mitglieder im Pfarrgemeinderat

So, wie die Pfarrgemeinde keine einheitliche Größe ist, sondern aus vielen verschiedenen Menschen besteht, so sind auch im Pfarrgemeinderat verschiedene Menschen aus der Mitte der Gemeinde versammelt.

Wir sind Menschen, die ihr Verhältnis zur Kirche unterschiedlich definieren und ihren Anteil am gemeindlichen Leben unterschiedlich gestalten. Die Vielfalt des Lebens, der Reichtum der Schöpfung und die Buntheit persönlicher Individualität spiegeln sich in unserer Gemeinde und in unseren Gremien wieder. Es ist eine Frage für die Zukunft der Kirche und der Gemeinde vor Ort, wie es uns gelingt, mit der Verschiedenheit und Vielfalt der Menschen umzugehen. Dafür wollen wir alle gemeinsam im Sinne des Evangeliums Verantwortung übernehmen.

Vorstand:

Frau Antje Markfort (Vorsitzende, gewähltes Mitglied)
Pfarrer Norbert Pomplun (Leitender Pfarrer, geborenes Mitglied) oder sein Vertreter/in
Frau Meike Greiner (gewähltes Mitglied)
Dr. Klaus Achmann (gewähltes Mitglied)

Mitglieder:

Frau Rosmarie Dieng (gewähltes Mitglied)
Frau Helene Lehnard (Mitarbeitervertreterin, beratende Stimme)
Frau Ingeborg Nolte (gewähltes Mitglied)
Frau Angela Piniek (Gemeindereferentin, geborenes Mitglied)
Frau Gabriele Wilms (gewähltes Mitglied)
Frau Lisa Wilms (Jugendvertreterin)
Herr Günter Ziche (Vertreter des Kirchenvorstands, beratende Stimme).

Für Fragen, Anregungen und Wünsche stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: pgr (at) mariagnaden.de

Vorstellung der Mitglieder:

Dr. Klaus Achmann
Pensionär
„Meine Frau und ich leben seit 2001 in Berlin und fühlen uns seither zu Christkönig zugehörig. Nachdem ich schon mehrere Jahre als Gast im PGR mitgewirkt hatte, wurde ich jetzt zum ersten Mal in den PGR gewählt.
Meine Schwerpunkte im PGR sehe ich bei den Veranstaltungen des Bildungsausschusses und beim Aufbau des Pastoralverbundes.“

Rosmarie Dieng
Pädagogin
„Vor 18 Jahre habe ich in Maria Gnaden eine kirchliche Heimat für mich und unsere Familie gefunden. Die Offenheit, mit der uns begegnet wurde, die Lebendigkeit im Glauben und die Selbstverständlichkeit, mit der auch mein evangelischer Mann willkommen ist, wünsche ich mir auch in Zukunft für die Gemeinde. Weil ich dazu beitragen möchte, engagiere ich mich im Pfarrgemeinderat und erwarte durch unseren neuen Pfarrverbund auch viele neue Anregungen und Chancen.“

Meike Greiner
Oberstudienrätin
„Ich möchte der Gemeinde durch meine aktive Mitarbeit etwas von dem zurückgeben, was meiner Familie und mir hier in Maria Gnaden geschenkt wurde. Dabei liegen mir besonders die Kinderliturgie, die Erstkommunion-vorbereitung und die Ökumene am Herzen. Ich setze mich dafür ein, dass alle Themen, die zukünftig im großen Pfarrverbund besprochen werden, in alle Teile unseres Gemeindelebens kommuniziert werden.“

Helene Lehnard
Erzieherin
„Seit 22 Jahren ist die Kindertagesstätte Maria Gnaden meine Arbeitsstätte. In den Pfarrgemeinderat wurde ich als Vertreterin der Mitarbeiter berufen.“

Antje Markfort
Juristin
„Die Kirche setzt das fort, was Jesus selbst gesagt und getan hat. Die Lebendigkeit der Gemeinde hängt davon ab, dass sie aus ihren Wurzeln lebt, und es gehört zu ihrem Wesensmerkmal, dass die Menschen in ihrer Vielzahl und Vielfalt in ihrer Mitte stehen. Dazu möchte ich beitragen.“

Ingeborg Nolte
Architektin
„Ich engagiere mich im Pfarrgemeinderat, weil ich mir wünsche, dass unsere lebendige Gemeinde in der Kirche eine Zukunft hat.“

Angelika Piniek
Gemeindereferentin
„Im festen Vertrauen, dass Gott alle Wege mitgeht, dass sein Geist uns zugesagt ist und wir nur miteinander Kirche sein können, freue ich mich auf unser gemeinsames Abenteuer „Pastoralverbund“ und wünsche uns dazu frohen Mut.“

Gabi Wilms
Schulsekretärin
„Ich habe in der Gemeinde eine Heimat gefunden, die ich auch weiterhin aktiv mitgestalten möchte. Wie schon im vorherigen PGR befasse ich mich besonders mit der Jugend. Andere Bereiche, in denen ich mitarbeite, sind ökumenische Veranstaltungen und Gemeindeaktivitäten für alle Gemeindemitglieder. Für sehr wichtig halte ich auch die Kommunikation zwischen den drei Gemeinden im Pfarrverbund.“

Lisa Wilms
Studentin
„Die Gemeinde ist für mich wie ein zweites zu Hause. Ich möchte das, was ich seit Jahren von ihr und anderen Gemeindemitgliedern bekommen habe gerne an andere weitergeben. Als Jugendvertreterin fühle ich mich besonders für die Jugendarbeit zuständig.”

Günter Ziche
Schweißfachingenieur i.R.
„Seit 2003 halte ich als Vertreter des Kirchenvorstandes im Pfarrgemeinderat die informative Verbindung zwischen beiden Gremien. Der Erhalt des Standortes Christkönig, der mir aus Kindertagen und durch „Ministrantenreisen“ vertraut ist, ist mir sehr wichtig. Noch etwas wichtiger ist es mir, dazu beizutragen, dass der Pfarrverbund zu einem großen Erfolg wird, um unserer lebendigen Gemeinde langfristig das Bestehen und den Standort zu sichern.“

Aufgabenverteilung

Natürlich muss der Pfarrgemeinderat nicht alles selbst machen.
Je nach Bedarf können Sachausschüsse gebildet werden. In diesen können auch Gemeindemitglieder mitarbeiten, die nicht dem Pfarrgemeinderat
angehören.

In unserer Gemeinde gibt es folgende Sachausschüsse, in denen Mitglieder des Pfarrgemeinderates mitarbeiten:

Bildungsausschuss

Zu den Aufgaben des Pfarrgemeinderates als Organ des Laienapostolats gehören vielfältige Aspekte der Bildung, der Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, der politischen Entwicklungen und der ökumenischen Zusammenarbeit. Der Bildungsausschuss trägt zur Erfüllung dieser Aufgaben bei. Er bietet vor allem Vorträge, Podiumsdiskussionen und Ausstellungen an. Regelmäßig werden auch Veranstaltungen angeboten, die in Zusammenarbeit mit der evangelischen Nachbargemeinde vorbereitet wurden. Die Themen umfassen religiöse, ethische, zeitpolitische und geschichtliche Fragestellungen. Der Ausschuss trifft sich etwa alle zwei Monate; jedes Mitglied bearbeitet in der Regel nicht mehr als ein Projekt im Jahr.”

Ansprechpartner: Dr. Klaus Achmann

Bauausschuss

Der Bauausschuss ist, wie wir bereits vielfältig bei der Planung des neuen Gemeindezentrums erleben konnten, ein Ausschuss, der viel bewegt. In ihm überlegen Mitglieder von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat zusammen mit interessierten Gemeindemitgliedern über anstehende Baumaßnahmen, die Instandhaltung und Renovierung der Gemeinde- und Kirchenräume von Maria Gnaden und Christ König.

Ansprechpartner

Herr Gerlach als Vorsitzender,
Herr Antenbrink,
Herr Hoppe,
Herr Ziche
Frau Benninghaus
Herr Siegle

Wenn Sie Interesse oder ein besonderes Anliegen an einen der genannten Sachausschüsse haben, wenden Sie sich bitte an die genannten Mitglieder des Pfarrgemeinderates, an die Ansprechpartner oder an pgr@mariagnaden.de

Über Ihre Mitarbeit freuen wir uns sehr.

Dokumente

Laden Sie sich die Einladungen und Protokolle des Pfarrgemeinderats zum Nachlesen herunter.

Dateien

PGR-Protokolle und andere Artikel