Exerzitien im Alltag mit dem Ignatius-Kreis

Ignatius von Loyola (1491 – 1556), Begründer des Jesuitenordens, gilt als Meister der Exerzitien. Er selbst hat Exerzitien im Alltag angeboten, weil es ihm ein Anliegen war, Menschen aus ihrer Ahnungslosigkeit zu befreien: Sorgen und Ablenkungen des Alltags zu vergessen, neue Kräfte zu schöpfen, sich dadurch selbst zu nützen, aber auch anderen helfen und nützen zu können, das waren die Hoffnungen einer Gruppe von Gemeindemitgliedern, die sich in der Vorweihnachtszeit 2006 regelmäßig einmal in der Woche traf.

Unter der Leitung von Frau Falk, liebevoll unterstützt von Schwester Gisela aus dem Orden der Salvatorianerinnen, wurde über wesentliche Aussagen der ignatianischen Lehre nachgedacht, wurde der Versuch gemacht, sie auf die persönliche und gesellschaftliche Situation zu übertragen. Übungen zum Stillwerden wechselten mit leidenschaftlich geführten Diskussionen und Gebeten.

Dabei ging es immer wieder um das für Ignatius zentrale Gebot der Liebe zu Gott und den Menschen: „Die Liebe besteht im Kommunizieren.“ Sie ist ein wechselseitiges Geben und Empfangen.
Nach Abschluss des eigentlichen Exerzitienkurses wurde der Wunsch laut, weiterhin regelmäßig zusammenzukommen.

Wir treffen uns deshalb an jedem 2. Mittwochvormittag im Monat. Die Themen richten sich nach den jeweiligen Interessen der Gruppe und stehen im Zusammenhang mit der ignatianischen Lehre. Dem Gedanken der achtsamen Wahrnehmung Andersdenkender entsprach die Einladung eines Muslims aus dem familiären Umfeld eines Gruppenmitglieds.

In mehreren Sitzungen beschäftigten wir uns mit der Enzyklika Papst Benedikts „Über die Liebe“. Hier finden sich zahlreiche Übereinstimmungen mit der Auffassung des Ignatius, etwa wenn Benedikt XVI. betont, das Handeln der Kirche müsse Ausdruck der Liebe sein und das ganzheitliche Wohl des Menschen anstreben. Auch aus dieser Aussage ergeben sich zahlreiche Denkanstöße sowie kontroverse Posi-tionen.

Wer Lust hat, über diese und ähnliche Themen bei einer Tasse Kaffee oder Tee nachzudenken und sich in anregenden Gesprächen eine Meinung zu bilden, ist in unserem Kreis herzlich willkommen.

Gabriele Löhr

So, 19.Aug 2007 · Gemeindeleben · Berichte · Erwachsene